Prüfungen

Überblick Inhalte und Prüfungen Logistikmeister

Überblick über Struktur, Inhalte und Prüfungsablauf der Meisterfortbildung zum Geprüften Logistikmeister – Basisqualifikation, handlungsspezifisch, AdA.

Die Weiterbildung zum Logistikmeister ist in drei Teile gegliedert: die fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation, die handlungsspezifische Qualifikation und den Teil „Ausbildung der Ausbilder" (AdA). Diese Struktur ist in der Prüfungsverordnung festgeschrieben und gilt bundesweit einheitlich. Wer die Fortbildung plant, sollte die drei Teile mit ihren Inhalten und Prüfungsformen kennen. Diese Seite liefert den Überblick.

Die drei Prüfungsteile

Die drei Teile stehen in klarer Reihenfolge und werden meist in dieser Reihenfolge abgelegt.

Teil 1 — Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation (BQ): Die Grundlagen, die alle Industrie- und Technischen Meister gemeinsam haben, unabhängig von der Fachrichtung. Der Fokus liegt auf rechtlichen, betriebswirtschaftlichen, methodischen und naturwissenschaftlich-technischen Grundkompetenzen.

Teil 2 — Handlungsspezifische Qualifikation (HQ): Die logistikspezifischen Inhalte. Hier geht es um die fachliche Tiefe: logistische Prozesse, betriebliche Organisation, Führung und Personal, Qualitäts- und Umweltmanagement. Dieser Teil ist der größere und prüfungsrelevantere Block.

Teil 3 — Ausbildung der Ausbilder (AdA): Die formale Qualifikation, um als Ausbilder im Betrieb tätig sein zu dürfen. Sie wird über die Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) geprüft und ist entweder Teil der Meisterausbildung oder eine separate Prüfung.

Alle drei Teile müssen bestanden werden, um den Titel „Geprüfter Logistikmeister" zu führen.

Teil 1: Die Basisqualifikation im Detail

Die Basisqualifikation umfasst fünf Themenkomplexe:

  • Rechtsbewusstes Handeln
  • Betriebswirtschaftliches Handeln
  • Information, Kommunikation, Planung
  • Methoden der Information, Kommunikation und Planung
  • Zusammenarbeit im Betrieb

Geprüft wird die Basisqualifikation in einer bundeseinheitlichen schriftlichen Prüfung, die aus drei situationsbezogenen Aufgaben besteht. Jede Aufgabe dauert zwischen 60 und 90 Minuten, Gesamtdauer etwa vier bis fünf Stunden.

Der Stoff ist abstrakter als die handlungsspezifische Qualifikation. Viele Teilnehmer empfinden diesen Teil als den ungeliebteren, weil er weniger direkt an die eigene Berufspraxis anknüpft. Gleichzeitig ist er die methodische Basis, auf der das Meisterhandeln aufbaut.

Teil 2: Die handlungsspezifische Qualifikation im Detail

Die handlungsspezifische Qualifikation gliedert sich in drei Handlungsbereiche:

Logistische Prozesse: Lagerprozesse, Transportprozesse, Umschlag, Kommissionierung, Distribution, Beschaffung. Technik und Organisation der operativen Logistik. Der größte Einzelblock der Prüfung.

Betriebliche Organisation und Kostenwesen: Ablauforganisation, Aufbauorganisation, Prozessoptimierung, Kennzahlen, Kostenrechnung, Investitionsrechnung, Qualitäts- und Umweltmanagement in der Logistik.

Führung und Personal: Führung von Mitarbeitern, Personalplanung, Personalentwicklung, Arbeitsrecht in der Logistik, Zusammenarbeit im Betrieb, Konfliktmanagement.

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Die schriftliche Prüfung umfasst drei situationsbezogene Aufgaben, die auf die drei Handlungsbereiche eingehen. Die mündliche Prüfung ist eine Situationsaufgabe mit vorbereitender Ausarbeitung, anschließendem Fachgespräch und praxisbezogener Bearbeitung.

Teil 3: Ausbildung der Ausbilder (AdA)

Der AdA-Teil basiert auf der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) und besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil.

Schriftliche Prüfung: Vier Handlungsfelder – Ausbildungsvoraussetzungen prüfen, Ausbildung vorbereiten, Ausbildung durchführen, Ausbildung abschließen. Multiple-Choice und offene Fragen.

Praktische Prüfung: Eine Präsentation oder Durchführung einer Ausbildungssituation (Lehrgespräch, Unterweisung) und ein anschließendes Fachgespräch.

Die AdA-Prüfung kann vor, während oder nach der Meisterprüfung abgelegt werden. Sie ist formal unabhängig, wird aber oft parallel angeboten. Wer die AdA-Prüfung schon vor dem Meister abgelegt hat (zum Beispiel als Ausbilder im bisherigen Beruf), lässt sie anrechnen.

Zeitliche Reihenfolge

Typische Reihenfolge bei einem berufsbegleitenden Lehrgang:

Monat 1 bis 6: Basisqualifikation. Unterricht und Selbststudium, am Ende Prüfung Teil 1.

Monat 7 bis 18: Handlungsspezifische Qualifikation. Deutlich umfangreicher, mit eigenem Lernrhythmus. Am Ende schriftliche Prüfung, anschließend mündliche Prüfung.

Parallel oder am Ende: AdA-Qualifikation. Etwa 115 Unterrichtsstunden plus eigene Prüfung.

Insgesamt liegen zwischen Lehrgangsbeginn und dem letzten Prüfungsteil etwa 18 bis 24 Monate. Einzelne Teile können bei Nichtbestehen wiederholt werden, die bereits bestandenen Teile bleiben erhalten.

Prüfungsformen im Überblick

Die Prüfungen nutzen verschiedene Aufgabentypen:

  • Situationsaufgaben: realistische Szenarien aus der Logistik, die mit Fachwissen und Methodik gelöst werden sollen
  • Fallstudien: längere Texte mit mehreren Teilaufgaben, die zusammenhängend beantwortet werden
  • Rechenaufgaben: Kennzahlen, Kostenrechnung, Investitionsrechnung
  • Multiple-Choice (vor allem im AdA-Teil)
  • Mündliche Prüfungen: Präsentation, Fachgespräch, praktische Durchführung

Die Mischung verlangt verschiedene Kompetenzen: faktisches Wissen, Anwendung, Urteilsvermögen, Kommunikationsfähigkeit.

Bewertungsmaßstab

Die Prüfungen werden mit einer Skala von 0 bis 100 Punkten bewertet. Zum Bestehen braucht es mindestens 50 Punkte pro Prüfungsleistung. Noten werden nach dem klassischen IHK-Schema ausgewiesen:

  • 92 bis 100 Punkte: sehr gut
  • 81 bis 91 Punkte: gut
  • 67 bis 80 Punkte: befriedigend
  • 50 bis 66 Punkte: ausreichend
  • unter 50 Punkte: nicht bestanden

Wer in einer schriftlichen Prüfung zwischen 30 und 49 Punkten liegt, kann in einer Ergänzungsprüfung zeigen, dass er den Stoff doch beherrscht – mündlich, vor den Prüfern.

Häufige Fragen

Kann ich die drei Teile getrennt ablegen?

Ja. Jeder Teil wird unabhängig bewertet. Bestandene Teile bleiben erhalten.

Wie oft kann ich wiederholen?

Jede Prüfung kann zweimal wiederholt werden, bei triftigem Grund auch ein drittes Mal.

Ist die Basisqualifikation für alle Meisterabschlüsse gleich?

Ja, sie ist für Industriemeister, Technische Fachwirte und verwandte Abschlüsse identisch und wird entsprechend anerkannt.

Muss ich die AdA-Prüfung unbedingt machen?

Wer den Titel Geprüfter Logistikmeister vollständig führen will, ja. Ohne AdA ist die Meisterprüfung formal unvollständig.

Nächster Schritt

Die einzelnen Inhalte der handlungsspezifischen Qualifikation im Detail findest du auf der Seite Inhalte Logistikmeister Weiterbildung.